Die Bäume haben ihre Blätter ausgerollt, Löwenzahn tupft die Wiese gelb und dazwischen summt es immer lauter: Der Frühling ist da und bei steigenden Temperaturen holen viele die Räder aus dem Keller und putzen die Wanderstiefel für den Wochenendausflug.
Aber wohin soll es gehen? Wo finden wir die schönste Strecke für die Radtour am Fluss entlang und welcher Wanderweg bietet eine gute Aussicht? Wie können wir unsere Lieblingsstrecken aufzeichnen und vielleicht noch unsere Wegzeit von Anfang des Jahres mit unserem fitten Zukunfts-Ich vergleichen?
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Schnell landet man bei der Suche nach digitalen Helferlein bei Apps mit zahlungspflichtigen Bonus-Funktionen, ohne die eine Orientierung im Funkloch flachfällt. Oder bei Anwendungen, bei denen wir unsere sensiblen Standortdaten mit unbekannten Dritten teilen müssen. Doch es gibt einige Alternativen zu den datenhungrigen Apps, die ihr Geschäftsmodell auf Premium-Abos und Werbung aufbauen. Eine garantiert unvollständige Auswahl findet ihr hier.
Wanderer

Mit und bei wanderer kann man Routen finden, teilen und austauschen.
Für wen? Alle auf der Suche nach Empfehlungen für Touren und alle, die gern ihre Lieblingsstrecken teilen.
Plattformen? Web
Was kann Wanderer? Die Strecken-Datenbank-Anwendung wanderer ist dezentral und basiert auf ActivityPub. Damit ist wanderer eine Fediverse-Version für den Austausch und das Teilen von Routen- und Streckenempfehlungen.
Nutzer:innen können Routen über gpx-Tracks hochladen und speichern, Beschreibungen und Fotos ergänzen und mit anderen teilen. Außerdem lässt sich über Suchfunktionen erkunden, welche Routen andere genommen haben. Man kann Profilen folgen und Strecken favorisieren.
Routen lassen sich auch von anderen Plattformen importieren, für Komoot und Strava gibt es direkte Import-Funktionalitäten.
Was trübt das Vergnügen? Auf den verschiedenen Wanderer-Instanzen ist teilweise noch nicht so viel los. Daher gibt es weniger Routen als auf den proprietären Plattformen.
OsmAnd

OsmAnd bietet eine datenschutzfreundliche Offline-Navigation, die so ziemlich alles kann – wenn man es findet.
Für wen? Wanderer, Radfahrerinnen und alle anderen, die von A nach B über C wollen.
Plattformen? Android, iOS, Web
Was kann OsmAnd? Die auf OpenStreetMap basierende Navigationsanwendung OsmAnd macht fast alles, was man sich vorstellen kann. Und funktioniert auch – wenn man die benötigte Karte vorher heruntergeladen hat – ganz ohne Netz. OsmAnd kann Rad- und Wanderwege highlighten, alle Supermärkte markieren oder Trinkwasserstellen anzeigen. Geplante Routen lassen sich im- und exportieren und ungeliebte Straßen bei der Navigation vermeiden.
Wer mag, kann mit einem Plugin auch gelaufene oder gefahrene Strecken aufzeichnen, um danach zum Beispiel die eigenen Geschwindigkeiten zu analysieren.
Wer mehr als sieben Regionenkarten offline nutzen will, muss dafür wahlweise einmal oder monatlich etwas zahlen. Gegen Geld gibt es auch Offline-Wikipedia-Artikel zu Orten und besonderen Punkten.
Was trübt das Vergnügen? Gerade am Anfang kann OsmAnd durch die vielen Konfigurationsmöglichkeiten vielleicht schnell überfordern. Und manchmal funktioniert die Suche nach Adressen nicht optimal, wenn man nicht die exakte Schreibweise gefunden hat – oder OsmAnd eine „Hauptstr“ nicht gleich mit einer „Hauptstraße“ matcht.
CoMaps und OrganicMaps

CoMaps und OrganicMaps bieten datenschutzfreundliche Offline-Navigation mit intuitiver Bedienung.
Für wen? Wanderer, Radfahrerinnen und alle, die einfach einen Weg finden wollen.
Plattformen? Android, iOS, Web
Was können CoMaps und OrganicMaps? Wie OsmAnd basieren CoMaps und OrganicMaps auf der OpenStreetMap. Das Wichtigste, was man für den Ausflug braucht, bringen die Apps mit: Routen von A nach B festlegen, Zwischenstopps definieren, Supermärkte oder Sehenswürdigkeiten highlighten, Strecken importieren und exportieren. All das macht keine Probleme und ist schnell und intuitiv bedienbar.
Auch hier müssen Karten für die Offline-Navigation heruntergeladen werden. Die Anzahl der Karten-Downloads ist unbegrenzt.
CoMaps und OrganicMaps ähneln sich sehr: Vor rund einem Jahr entstand CoMaps als Abspaltung von OrganicMaps, da es Kontroversen in der Entwickler:innen-Gemeinschaft zu Führungsstil und Transparenz gab.
Was trübt das Vergnügen? Die leichtere Bedienbarkeit von CoMaps und OrganicMaps gegenüber OsmAnd liegt auch daran, dass die Anwendungen weniger Einstellmöglichkeiten haben. Wem es wichtig ist, etwa genau zu definieren, welche Untergründe vermieden werden sollen, oder wer einen extra Modus für Ski- oder Bootstouren braucht, wird sich über OsmAnd freuen.
BRouter

BRouter bietet Routenplanung, vor allem fürs Radfahren.
Für wen? Radler:innen, die nicht nur von A nach B wollen, sondern schöne und sichere Wege suchen.
Plattformen? Integration in andere Anwendungen, mehrere Web-Optionen
Was kann BRouter? BRouter ist eine Routing-Engine, die speziell fürs Radfahren entwickelt wurde. Sie berücksichtigt etwa Höhenmeter und offiziell deklarierte Radwege. Es lassen sich verschiedene Profile wählen und selbst konfigurieren. Damit lassen sich Präferenzen steuern, etwa speziell für die Fahrt mit einem Mountainbike oder einem Rennrad. Es gibt auch eines fürs Wandern zu Fuß, das gut funktioniert.
BRouter lässt sich als Routing-Engine unter anderem in OsmAnd nutzen. Aber es gibt auch mehrere Web-Interfaces, die auf BRouter setzen. Eines davon ist BRouter-Web.
Was trübt das Vergnügen? Wer seine Strecke mit BRouter-Web planen will, sollte das am besten am Desktop tun, dort fällt die Bedienung leichter. Die geplante Strecke lässt sich dann exportieren und in Navigations-Apps oder auf den Rad-Computer laden.

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